Der Hausmannsturm der alten Burg

Geschichte


Im Jahre 1131 wird Lewe (Liebe), der Ursprung des heutigen Liebenburg, erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Die erste Besiedlung liegt indes in grauer Vorzeit, wie archäologische Funde aus der jüngeren Steinzeit beweisen. 1305 wird erstmalig die Kirche in Lewe bezeugt.

In den Blickpunkt der großen Geschichte rückt das Bauerndorf 1292 mit dem Bau der Burg durch Bischof Siegfried II. von Hildesheim auf dem nahen Höhenzug. Sie wird nach dem Ort die Lewenborch (Liebenburg) genannt.

Römische Zahlen in gotischer Schrift und das Wappen der Herren von Schwiechelt an der Nordwestecke des Kirchturmes weisen als sein Erbauungsjahr 1518 aus.

1568 wird im Herzogtum Braunschweig durch Herzog Julius endgültig die Reformation eingeführt. Während des dreißigjährigen Krieges weilen Wallenstein und Tilly auf der Liebenburg. 1643 kommen Lewe und die Burg an den Bischof von Hildesheim und erhalten damit wieder einen katholischen Landesherren. 1754 läßt Fürstbischof Clemens August die Burg abbrechen und das heutige Schloß mit katholischer Kirche errichten. Nur Reste der alten Burg sind bis heute erhalten geblieben.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts entsteht neben dem Dorf Lewe das Dorf Liebenburg am Fuße der Burg. Beide wachsen immer mehr zusammen - nicht zuletzt durch die 1882 gegründete "Klinik Dr. Fontheim".

Aus dieser geschichtlichen Entwicklung erklärt es sich, daß unsere Kirche nicht "mitten im Dorf" steht, sondern im alten Lewe, am Ostrand des heutigen Ortes.

Für die wachsende Gemeinde wird die Kirche zu klein. Mitte des vorigen Jahrhunderts beginnt man die Planung eines Neubaues. Als Architekt wird Baurat C. W. Hase aus Hannover gewonnen. Am 8. November 1863 wird die neue, aus Backsteinen im neugotischen Stil erbaute Kirche, feierlich eingeweiht. Nur der alte, wehrhafte Turm bleibt stehen, erhält jedoch zusätzlich seine beiden schiefergedeckten Spitzen.

Im Innern der Kirche weist der neuromanische Kruzifixus den zum Gottesdienst oder zur Besinnung und Besichtigung Eintretenden auf Ursprung, Mitte und Ziel unseres Glaubens. Das alte Portal von 1518 befindet sich hinter dem Taufstein. Die Westwand nimmt seit Karfreitag 1981 die "Liebenburger Dornenkrone" ein, seit 1996 befindet sich hinter der Kanzel der "Auferstehungsengel mit Kreuz" - beides Werke des auf dem Schloß lebenden Künstlers Gerd Winner. Die Orgel auf der nördlichen Seitenempore wurde im Jahre 1983 von "Emil Hammer Orgelbau" Hannover erbaut. Sie verfügt über 16 Register, davon drei aus der alten Heyder-Orgel von 1863. Tagsüber ist die Kirche zur stillen Einkehr geöffnet.

Der Pfarrhof im Norden der Kirche wurde im Jahre 1846 errichtet. In der Mitte befindet das Pfarrhaus. Das ehemalige Stallgebäude links dient seit 1930 als Gemeindehaus. Die ursprüngliche Scheune rechts beherbergte von 1956 bis 2004 unseren Kindergarten. (Seitdem befindet er sich im Neubau in der Schäferwiese 15 a.) Seit 2009 befindet sich in der Scheune die Begegnungsstätte "Lewer Däle".

Südlich der Kirche finden Sie die alte Lewer Schule mit Nebengebäude, erbaut 1834. Sie dient heute als Miet- bzw. Mitarbeiterwohnung.

Der Friedhof mit seiner 1935 erbauten Kapelle liegt östlich von Kirche und Pfarre.  

Auferstehungsengel von Gerd Winner im Altarraum

St. Trinitatis Liebenburg mit Klein Mahner | Telephon 05346 91119